Wie wär’s denn, Mrs. Markham?

Eine Komödie von Ray Cooney und John Chapman.

Im Wechselbad der Gefühle

Restlos gefüllt war die Aula der Schule Hechelstraße bei der Premiere und die neun Spieler der Farger Bühne boten im elften Jahr ihres Bestehens eine ausgezeichnete Bühnenleistung, vor allem Volker Müßig als Philip Markham und Günther Thamm als sein Verlegerpartner Henry Lodge brillierten.

Eine Paraderolle übernahm Kai Bienzeisler als der exzentrische Alistair Spenlow, der schon Monate in der Wohnung der Markhams verbringt, um neuen modischen Einrichtungsschick in die seiner Meinung nach zu konservative Heimstätte einziehen zu lassen. Für Buchverleger Markham sind dessen Einrichtungsvorschläge jenseits jeglicher Akzeptanz, wobei er hingegen bei Joan Markham (Elke Klarholz) offene Türen einläuft. Zusätzlich hat der anfänglich von Philip Markham für eine “Tunte” gehaltene Alistair noch eine andere Vorliebe: Sylvia, Au-pair-Mädchen bei den Markhams. Um mit ihr ein Techtelmechtel zu beginnen, ist ihm jede Zeitverzögerung bei der Einrichtungsfrage recht.

Aber auch andere empfinden das Wechselspiel der Gefühle. So bittet Linda Lodge (Angelika Wüstefeld) ihre beste Freundin und Ehegattin von Philip Markham um einen kleinen Gefallen, weil sie ihre neueste Errungenschaft Walter Pangbourme (Ulrich Kehlenbeck) ausgerechnet im Hause der Markhams ausprobieren möchte. Aber da ist auch noch Henry Lodge, der die guten und seiner Meinung nach segensreichen Kontakte seines Freundes Philip zum Fernamt hinsichtlich der überaus hübschen und aufreizenden Miss Wilkinson (Anja Lübsen) ausschöpfen möchte. Und zu guter Letzt platzt in die ohnehin schon gut gemixte Verwechslungsgeschichte auch noch die etwas einfältige, immerhin aber als erfolgreiche Hundebuchautorin einen neuen Verleger suchende, Olive Harnet Smythe (Irma Thal-Felgenhauer).

Und damit beginnt eine turbulente, geradezu haarsträubende Komödie, die vor überraschenden Elementen nur so strotzt. Immer wieder mußten die Ensemblemitglieder kleine Pausen einlegen, weil sich die über 150 Zuschauer vor Lachen ausschütteten und Szenenapplaus spendierten. Eine Szene gefiel allerdings weder dem Ensemble noch dem Publikum: Ein Stromausfall sorgte für eine kleine Unterbrechung der kräftig in Gang gekommenen unterhaltsamen Komödie. Eines jedenfalls verhinderte auch dieser kleine Zwischenfall nicht — den Riesenerfolg dieser Premiere, mit dem das Farger Amateur-Theater sich selbst durch eine ausgezeichnete schauspielerische Leistung das größte Geschenk gemacht hatte, und das sich keiner entgehen lassen sollte.

Blumen gab es im Anschluß an den frenetischen Beifall des Publikums vom Vorsitzenden des Neurönnebecker Turnvereins, Karl Müßig. Er dankte auch den Akteueren hinter der Bühne — Claudia Meyer (Souffleuse), Friedhelm Köper (Technik) sowie Andreas Meyer und Willi Felgenhauer. Auch für den Neubau der Bühne, der von Günter Thamm sowie Volker und Norma Müßig überaus gelungen gestaltet wurde, gab es Beifall vom Publikum.

Rönnebeck (iek). Der Seitensprung ist so alt wie die Geschichte der Menschheit, und der Genuß, verbotene Früchte zu probieren, hat seit jeher besonderen Reiz. Auch die beiden englischen Bühnenautoren Ray Cooney und John Chapman haben eine “Bäumchenwechsle-dich”-Geschichte zu einem komödiantischen Zweiakter namens “Wie wär’s denn, Mrs. Markham?” zu Papier gebracht, und das Rönnebecker Publikum hatte nun das wahrhaftige Vergnügen, die Boulevardkomödie als Aufführung des Farger Amateur-Theaters miterleben zu können.

BesetzungRolle
Volker MüßigPhilip Markham
Günther ThammHenry Lodge
Angelika WüstefeldLinda Lodge
Kay BienzeislerAlistair Spenlow
Elke KlarholzJoan Markham
Ulrich KehlenbeckWalter Pangbourme
Anja LübsenMiss Wilkinson
Irma Thal-FelgenhauerOlive Harnet Smythe
RegieGünter Thamm
SouffleuseClaudia Meyer
TechnikFriedhelm Köper
Bühnenbild Günter Thamm, Volker und Norma Müßig